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Zuviel Salz schwächt das Immunsystem

 

© dream79 Adobe Stock55212326
Salz (Natriumchlorid) ist lebenswichtig – denken wir nur an die Verwendung in der Medizin in Form von isotonischer, beziehungsweise physiologischer Kochsalzlösung, die bei Infusionen verwendet wird, um Blutverluste auszugleichen oder Medikamente einzuleiten.
Doch wie Paracelsus schon wusste: Jed‘ Ding ist Gift, allein die Menge macht das Gift. Und so kann uns ein Zuviel an Natriumchlorid die „Gesundheitssuppe“ ganz ordentlich versalzen. Nicht nur, dass der Blutdruck und mit ihm das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt, auch unserem Immunsystem tut zu viel Salz nicht gut. Belegt wurde dies jüngst durch eine Studie der Universität Bonn, bei der zum einen im Tierversuch mit Mäusen und zum anderen mit freiwilligen Probanden die Auswirkungen von moderatem und übertriebenem Salzkonsum getestet wurden. Die Ergebnisse – sozusagen von Mäusen und Menschen – waren eindeutig. Die menschlichen Freiwilligen (ob unter den Mäusen Freiwillige waren, ist nicht bekannt) jedenfalls haben eine Woche lang ihren Salzkonsum um sechs Gramm täglich erhöht (die Menge etwa, die in zwei Portionen Pommes frites und zwei Burgern enthalten ist). Anschließende Blutuntersuchungen und Vergleiche haben ergeben, dass es den Immunzellen der mit Salz überversorgten Teilnehmer wesentlich schlechter gelang Bakterien zu bekämpfen. Der übertriebene Salzkonsum hatte zu einer erhöhten Konzentration an Glukokortikoiden im Blut geführt. Glukokortikoide wiederum beeinflussen die Funktion der neutrophilen Granulozyten, die zur Familie der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehören, negativ. Diese auch als „Fresszellen“ bezeichneten Blutkörperchen machen vor allem Bakterien unschädlich; ihre regelrechte Funktion ist also äußerst wichtig für unser Immunsystem. Nicht zuletzt werden auch die Nieren, weil sie für die Ausscheidung überschüssiger Salze sorgen müssen, unnötig stärker belastet, als sie es bei einem vernünftigen Salzkonsum sind.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher eine Kochsalzaufnahme von höchstens sechs Gramm täglich, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sogar von nur fünf Gramm; das entspricht ungefähr einem gestrichenen Teelöffel. Gehäuft passen auf den Teelöffel sogar 10 Gramm Salz. Doch die Tücke steckt im unsichtbaren Salz, das wir über verarbeitete Lebensmittel wir Wurst, Fleisch, Milchprodukte (z.B. Käse), Brot und Fertiggerichte zu uns nehmen. Schnell wird so die tägliche Toleranz unbemerkt überschritten, wenn man nicht auf die Nährwertangaben achtet. Generell wird empfohlen, eher Kräutern und anderen Gewürzen den Vorzug zu geben und bei Tisch nicht nachzusalzen.
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